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Lichttunnel im Passivhaus: Natürliches Tageslicht mit durchdachter Wärmedämmung

9. Oktober 2026 durch
Intura B.V.


Lichttunnel im Passivhaus: Natürliches Tageslicht mit durchdachter Wärmedämmung

Ein heller Flur, ein freundliches Badezimmer oder mehr Tageslicht im Inneren des Hauses: Tageslichtröhren bringen natürliches Licht dorthin, wo klassische Fenster oft nicht möglich sind. Mit einer geeigneten Dämmung und sorgfältig geplanten Anschlüssen lassen sie sich auch für Passivhaus-Projekte in Betracht ziehen. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Lichtausbeute, thermischer Leistung und fachgerechtem Einbau.

Wie funktioniert eine Tageslichtröhre?

Eine Tageslichtröhre – auch Lichttunnel oder Tageslichtrohr genannt – leitet Tageslicht vom Dach in den Innenraum. Das Prinzip besteht aus drei aufeinander abgestimmten Teilen:

  1. Licht aufnehmen: Eine lichtdurchlässige Außenkuppel sammelt Tageslicht auf dem Dach.
  2. Licht transportieren: Ein Rohr mit hochreflektierender Innenfläche führt das Licht durch den Dachaufbau und gegebenenfalls durch einen Dachraum.
  3. Licht verteilen: Ein Diffusor an der Decke verteilt das Licht im darunterliegenden Raum.

Für diese Lichtleitung ist kein Strom erforderlich. Auch bei bewölktem Himmel steht Tageslicht zur Verfügung; wie hell es im Raum wird, hängt allerdings von Wetter, Jahreszeit, Verschattung, Durchmesser und Rohrverlauf ab. Ein kurzer, möglichst gerader Verlauf bietet günstige Voraussetzungen.

Intura gibt für die starre SunTube-Spiegelrohr eine Reflexion von 99,8 % an. Dieser Wert beschreibt die reflektierende Rohrinnenfläche und nicht den Anteil des gesamten Außenlichts, der im Raum ankommt.

Welche Vorteile bieten Lichttunnel?

Mehr Tageslicht in innenliegenden Räumen

Lichttunnel eignen sich unter anderem für Flure, Bäder, Treppenhäuser, Ankleiden und Hauswirtschaftsräume. Sie erschließen Tageslicht auch für Bereiche, die von Fassadenfenstern kaum erreicht werden. Ebenso kommen Anwendungen in Büros, Schulen oder Gewerbegebäuden infrage.

Weniger Bedarf an künstlicher Beleuchtung

Wenn ausreichend Tageslicht vorhanden ist, kann die elektrische Beleuchtung ausgeschaltet oder gedimmt werden. Das kann den Strombedarf für Beleuchtung reduzieren. Die tatsächliche Einsparung hängt davon ab, wie viel Licht ankommt, wann der Raum genutzt wird und wie die Beleuchtung gesteuert wird.

Mehr Freiheit bei der Raumplanung

Ein Lichttunnel kann bei Grundrissen helfen, in denen ein zusätzliches Fenster baulich schwierig ist. Dabei benötigt das System eine vergleichsweise kompakte Durchführung. Neben Ausführungen für Flach- und Steildächer bietet Intura SunTube auch eine Fassadenlösung für geeignete Einbausituationen.

Ein Lichttunnel liefert Tageslicht, aber keinen Ausblick und keine Lüftung. Er ergänzt deshalb die Gebäudeplanung, ersetzt jedoch nicht automatisch ein vorgeschriebenes Fenster oder die Lüftungsplanung.

Warum ist die Dämmung im Passivhaus besonders wichtig?

Bei einem Passivhaus zählt jedes Detail der Gebäudehülle. Eine Durchführung durch das Dach muss deshalb nicht nur regendicht sein, sondern auch thermisch und luftdicht in den Aufbau integriert werden.

Für die Projektplanung lassen sich daraus drei zentrale Aufgaben ableiten: die Wärmedämmung möglichst lückenlos anschließen, Wärmebrücken im Einbaudetail begrenzen und einen dauerhaften Anschluss an die Luftdichtheitsebene herstellen. Ein guter Produktkennwert allein beschreibt noch nicht die Qualität des eingebauten Systems.

SunTube mit EcoPower für eine bessere thermische Leistung

Das optionale EcoPower-Dämmelement ergänzt Intura SunTube um 14 cm PIR-Dämmung mit einem angegebenen Wärmedurchlasswiderstand RD von 6,30 m²K/W und einen isolierenden Glasabschluss. Es ist mit Zweifach- oder Dreifachverglasung erhältlich. Die Kombination begrenzt den Wärmetransport durch die Tageslichtdurchführung und hilft, das Risiko kalter Oberflächen und von Kondensation zu verringern.

Laut den von Intura veröffentlichten Berechnungen des Forschungsinstituts Itecons ergeben sich für die untersuchten Systemkonfigurationen folgende UST-Werte:

SunTube-SystemOhne EcoPowerEcoPower mit ZweifachverglasungEcoPower mit Dreifachverglasung
ST25 · Ø25 cm2,44 W/(m²K)0,93 W/(m²K)0,70 W/(m²K)
ST35 · Ø35 cm2,63 W/(m²K)0,94 W/(m²K)0,69 W/(m²K)
ST55 · Ø55 cm2,70 W/(m²K)0,91 W/(m²K)0,65 W/(m²K)

Die EcoPower-Werte gelten für die berechneten Ausführungen mit thermisch verbessertem Abstandhalter. Quelle: Intura EcoPower.

Je niedriger der U-Wert, desto geringer ist der Wärmedurchgang bei gleicher Bezugsfläche und Temperaturdifferenz. UST bezeichnet hier die berechnete thermische Leistung des SunTube-Systems; Ug beschreibt dagegen nur die Verglasung. Die beiden Kennwerte sollten nicht miteinander verwechselt werden.

Können Tageslichtröhren in einem Passivhaus eingesetzt werden?

Ein gut gedämmter Lichttunnel kann eine interessante Planungsoption sein. Ob die gewählte Ausführung zum konkreten Passivhaus passt, muss jedoch am Gebäude nachgewiesen werden. Die niedrigen berechneten UST-Werte der SunTube-Konfigurationen mit EcoPower und Dreifachverglasung liefern dafür eine relevante technische Grundlage.

Der Planer sollte die Produktdaten und Einbaudetails mit dem Passivhaus-Fachplaner beziehungsweise dem zuständigen Zertifizierer abstimmen. Dabei wird geklärt, wie die Durchführung im Passivhaus-Projektierungspaket (PHPP) berücksichtigt wird und welche ergänzenden Nachweise erforderlich sind.

Auch die Luftdichtheit ist entscheidend: Für die Passivhaus-Zertifizierung gilt ein n50-Grenzwert von höchstens 0,6 h−1. Dieser Wert wird am gesamten Gebäude bei 50 Pascal Druckdifferenz geprüft. Ein gedämmter oder luftdicht abgeschlossener Lichttunnel ersetzt daher nicht den Nachweis seiner Anschlüsse im eingebauten Zustand.

Ein niedriger U-Wert ist außerdem nicht gleichbedeutend mit einer Zertifizierung als Passivhaus-Komponente. Für diese Bezeichnung ist ein entsprechendes Zertifikat des Passivhaus Instituts erforderlich.

Was sollte bei der Planung berücksichtigt werden?

Besonders hilfreich ist eine frühe Abstimmung zwischen Architektur, Dachdeckerbetrieb und Energieplanung. Für die Auswahl und Detailplanung sollten folgende Punkte geklärt sein:

  • Lichtbedarf und Verlauf: Raumgröße, Nutzung, Lage der Außenkuppel, Verschattung, Rohrlänge und notwendige Bögen.
  • Thermische Ausführung: passender Durchmesser, EcoPower-Konfiguration und belastbare Kennwerte für das ausgewählte System.
  • Anschlüsse: durchgehende Dämmung, luftdichter Anschluss und eine auf die Dachdeckung abgestimmte Abdichtung.
  • Gebäudenachweis: energetische Berücksichtigung, Bewertung möglicher Wärmebrücken und Prüfung der Luftdichtheit.

So lässt sich bereits im Entwurf prüfen, welchen Beitrag der Lichttunnel zur Tageslichtversorgung leisten kann und wie er in das Energiekonzept integriert wird.

Mehr Tageslicht für Ihr energieeffizientes Bauprojekt

Sie planen einen Neubau, ein Passivhaus oder eine energetische Sanierung? Intura unterstützt Sie bei der Auswahl einer passenden SunTube-Ausführung und stellt technische Informationen für die weitere Planung bereit.

Teilen Sie uns Dachform, Raumgröße und Einbausituation mit. Gemeinsam besprechen wir, welche SunTube-Lösung und welche EcoPower-Konfiguration für Ihr Projekt geprüft werden sollten.

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